Pflanze des Monats April 2008 (3)
Was Klonschaf Dolly mit Wildkräutern zu tun hat
Der Wunder-Lauch
Klonschaf Dolly war eine Sensation, denn die ungeschlechtliche Fortpflanzung, auch Klonen genannt, kommt bei Säugetieren von Natur aus nicht vor. Dagegen pflanzen sich Pflanzen so häufig ungeschlechtlich fort, dass sogar der Begriff Fortpflanzung daher kommt. Gartenfreunde kennen den Vorgang etwa von der Erdbeere, die mit ihren Ausläufern ganze Beete überwuchern kann, oder von Quecke und Giersch als mit Ausläufern wuchernden Unkräutern. Man kann hier von natürlicher Klonierung sprechen.
Neben Ausläufern gibt es bei Pflanzen auch noch andere Mittel der ungeschlechtlichen Fortpflanzung. Bei manchen Laucharten bilden sich im Blütenstand statt Blüten so genannte Brutzwiebeln, die abfallen und zu neuen Pflanzen heranwachsen. Der Wunder-Lauch (Allium paradoxum) heißt auch Seltsamer Lauch, denn er bildet neben blassgelben Brutzwiebeln noch einzelne weiße Blüten aus, was ziemlich seltsam aussieht.
© Susan Mackenzie |
Neben den seltsamen Blütenständen fällt besonders der intensive Knoblauchduft der dichten Wunderlauchrasen auf. Daher wird die Pflanze manchmal auch Berliner Bärlauch genannt. Die Blätter können ebenso wie die vom Bärlauch zu Salat, Kräuterquark oder anderen leckeren Speisen verwendet werden.
Würde man ein Klonschaf mit Knoblauch füttern, hätte es Knoblauch im Klonbauch. Dies machte sich auch im Aroma seiner Milch bemerkbar. Der gleiche Vorgang ist der Grund, weswegen stillenden Müttern vom Verzehr von Zwiebeln, Knoblauch und Wunder-Lauch abgeraten wird: Die Inhaltsstoffe dieser Pflanzen sollen bei Säuglingen angeblich Blähungen verursachen.
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